Die Wiedergeburt der Olympischen Spiele
| Datum | 6. bis 15. April |
| Teilnehmer | 12 Nationen 265 Athleten (nur Männer) |
| Sportarten | 9 |
| Disziplinen | 43 |
| Schirmherr | König Georg I. von Griechenland |
| Zuschauer | 312.000 (geschätzt) |
Der Olympische Gedanke – er war nicht neu – er war nie vergessen worden. Er hatte lediglich 1500 Jahre geruht, nachdem 393 n.Chr. die antiken Spiele vom römischen Kaiser Theodosius I. als heidnischer Kult verboten wurden. Aber gerade in den letzten 300 Jahren gab es immer wieder sportliche Wettkämpfe, die als Olympische Spiele tituliert wurden, u.a. in England und Frankreich. Zwischen 1859 und 1889 fanden auch sogenannte „Olympien“ in Griechenland statt, die von Evangelos Zappas angeregt und vom Königshaus verordnet wurden.
Ende des 19. Jahrhunderts gab es in vielen Bereichen des Lebens rasante Fortschritte. Der Kapitalismus der freien Konkurrenz war das wirtschaftliche Gebilde seiner Zeit, ihre Folgen waren technische Errungenschaften wie das Telefon, Ausbau der Infrastruktur im großen Rahmen mit Schifffahrtswegen, Eisenbahnlinien, die Konstruktion des Automobils. Mit ihnen entstand auch politisch ein neues Gefühl des Nationalismus – und Internationalismus. Neue pädagogische Werte, auch ein gewisser Konflikt zwischen dem klassischen Humanismus und der modernen Technologie, der Drang nach Bildung, deren Stätten auch immer mehr die Tore für Frauen öffneten, waren das Bild einer modern werdenden Gesellschaft, die sich auch vermehrt dem Sport widmete.
Von der Entwicklung seiner Zeit erfasst war der Franzose Pierre de Coubertin, Generalsekretär der Union des Sociétés Francais (USFSA). Er war ein fähiger Mann, sein Wissen war Macht. Die erste Erwähnung eines internationalen Sportfestes brachte er am 25.November 1892 hervor im Amphitheater der Pariser Sorbonne. Damit war der Startschuss der Olympischen Spiele gefallen. Er mag vielleicht auch von patriotischen Gedanken geleitet worden sein, das durch den verlorenen Krieg geschwächte Frankreich gegen Deutschland 1870/71, den er als Kind miterlebt hat, wieder erstarken zu lassen. Doch er selbst war hauptsächlich Pädagoge, und so war es sein Ziel Spiele des Friedens und der Völkerverständigung zu schaffen mit Orientierung auf den Idealen des Altertums. Geboren war die Olympische Idee und Coubertin war sein Vater.
Endgültig wieder zum Leben erweckt wurden die Olympischen Spiele am 23.Juni 1894,
also zwei Jahre später, im Rahmen eines Leibeserzieherischen Internationalen
Kongresses in der Sorbonne. Dass die ersten Spiele in Athen statt finden sollten,
wurde dort noch nicht beschlossen, dies geschah erst später. Hier verlief die
Entwicklung jedoch gegen den Willen Coubertins. Er wollte den Beginn der Spiele
im Jahre 1900 in Paris stattfinden lassen - als Franzose verständlich.
Dass die ersten Spiele nach Griechenland verlegt wurden, liegt nicht zuletzt an
den würdevollen Respekt vor den Griechen und ihrer Tradition der antiken Spiele.
So wurde also schon das 1896 und der Austragungsort Athen für die ersten Spiele
der Moderne von den Pariser Delegierten akzeptiert. Dem Willen Coubertins wurde
insofern stattgegeben, dass sowohl die Spiele im Vier-Jahre-Rhythmus stattfinden
sollten, als dass auch die nächsten Spiele nach Paris vergeben wurden.
| # | Nation | G | S | B |
|---|---|---|---|---|
| 1 | USA | 11 | 7 | 2 |
| 2 | Griechenland | 10 | 18 | 19 |
| 3 | Deutschland | 7 | 5 | 3 |
| 4 | Frankreich | 5 | 4 | 2 |
| 5 | Großbritannien | 3 | 3 | 3 |
| 6 | Ungarn | 2 | 1 | 3 |
| 7 | Österreich | 2 | 1 | 2 |
| 8 | Australien | 2 | 0 | 1 |
| 9 | Dänemark | 1 | 2 | 3 |
| 10 | Schweiz | 1 | 2 | 0 |
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